• Juliane Fischer

Trau Dich, zeig Dich!

7 Tipps, wie Du Deine Sichtbarkeit erhöhen kannst. Ein Gastbeitrag.



Wir starten in den Sommer und packen unsere Koffer mit wertvollen Tipps, wie wir als Frauen unsere Rolle in der Branche (und auch außerhalb) stärken können. Den Beitrag hat Juliane Fischer aus München, die Gründerin von Good Hypes PR und Dozentin an der Universität Erfurt, für uns verfasst. Sie blickt auf 13+ Berufsjahren als PR-Beraterin zurück, in denen sie viele Jahre Unternehmen und Destinationen der Tourismusbranche kennengelernt und betreut hat.

" Die Antwort liegt darin, selbst in die Sichtbarkeit zu kommen - ganz gleich in welcher Position du dich befindest oder in welchem Bereich du arbeitest. Wer sich zeigt, wird wahrgenommen, ..."

An dieser Stelle ein Danke an Juliane für den Beitrag und den Leser:innen viel Erfolg beim Umsetzen der Tipps.



#experteninput


“Die Tourismusbranche ist weiblich, doch wir werden kaum gesehen.” - Dieser Satz von Katharina, der bei einem Gespräch mit den Gründerinnen von tourisma south tyrol fiel, bringt es auf den Punkt. Dabei ist Fakt: Vieles, was im Tourismus passiert, wird von Frauen mitgestaltet und mitentwickelt, sei es in der Verwaltung, im Servicebereich, in der Produktentwicklung, im Management oder im Housekeeping.


Ein Hotel ohne Zimmermädchen? Kann leider schließen, ganz gleich wie viele Buchungen im Reservierungssystem landen. Die Planung einer neuen Spa-Landschaft ohne den Einfluss einer weiblichen Sichtweise? Dürfte ein grosses Risiko bergen, schließlich werden Wellnessbereiche mehrheitlich von Frauen, besucht. Auch im Destinationsmarketing werden die Büro-Jobs vorrangig an Frauen vergeben. Frauen sind nicht nur ein Teil der Tourismusindustrie, sie stützen maßgeblich einen milliardenschweren Markt und Wirtschaftszweig.


Warum erweckt es dennoch den Eindruck, als wäre der Tourismus männlich bestimmt? Antworten finden sich, wenn man einen Blick auf touristische Fachtagungen, Konferenzen oder in den Pressespiegel wagt. Hier sind vor allem Männer sichtbar, die Spitzenpositionen einnehmen, Hotels führen, Gremien oder Ausschüsse leiten - und die im gemeinsamen Austausch Entscheidungen treffen, die für eine ganze Industrie relevant sind. Ist das unfair und realitätsfern? Irgendwie schon. Kannst du was daran ändern? Auf jeden Fall!


Die Antwort liegt darin, selbst in die Sichtbarkeit zu kommen - ganz gleich in welcher Position du dich befindest oder in welchem Bereich du arbeitest. Wer sich zeigt, wird wahrgenommen, und das kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Stell dir vor,

  • … du erhältst eine Beförderung weil dein:e Vorgesetzte:r auf LinkedIn gesehen hat, wie engagiert du dich zu einem relevanten Thema äußerst und damit viele Branchen-Expert:innen als Follower anziehst.

  • … wie du bei einem Netzwerktreffen mutig neue Leute ansprichst und Kooperations- oder Geschäftspartner:innen gewinnst, die wiederum deiner Arbeitsstelle neue Kund:innen bringen

  • … wie du als Panel-Gast auf einer Konferenz über Insights und innovativen Lösungsansätzen aus dem Housekeeping sprechen darfst und die Fachpresse daraufhin ein Interview mit dir in der nächsten Ausgabe veröffentlicht.


Der Weg zu diesen drei Szenarien ist sehr viel leichter, als du denkst. Was genau kannst du nun konkret tun, um besser wahrgenommen und sichtbarer zu werden? Hier sind meine 7 Tipps:


1. Wofür stehst du?


Ganz gleich, ob du im touristischen Marketing arbeitest, als Saisonkraft, im Housekeeping oder als studentische Aushilfe - jede Stimme kann und darf gehört werden - und Social Media Profile wie LinkedIn und Instagram sind schließlich für alle da. Überlege dir aber zunächst: Welches Thema liegt dir am Herzen? Worüber kannst du leidenschaftlich debattieren? Für welche Werte stehst du ein? Was nervt dich im Tourismusbereich, was würdest du gerne ändern wollen, und warum? Sich diese Fragen zu stellen, ist wichtig, denn die Antworten darauf definieren die Inhalte, über die du später sprichst und mit denen du dich zeigst.


2. Wo ist dein Publikum?


Wer soll dich hören und sehen, und wo findest du diese Personen? Wenn du ein Thema hast, für das du brennst, dann hast du im Kopf sicher auch schon ein Publikum, zu dem du sprechen möchtest. Wo halten sich diese Personen auf? Auf Linkedin, in bestimmten Foren oder Gruppen, auf Netzwerk-Events? Investiere etwas Zeit in diese Recherche denn sonst gehen deine Bemühungen schnell unter bzw. werden deine Inhalte nicht gesehen.


3. The Power of Networking


Schau dich in deinem Umfeld um, mit welchen Frauen du dich vernetzen kannst. Welche Erfahrungen haben andere gemacht, die dich weiterbringen können? Wer kann dich mit wem anderes zusammenbringen? Bring dich auf Events, Netzwerkveranstaltungen, Konferenzen und Co. in die Sichtbarkeit. Auf sich aufmerksam machen, heißt nicht nur Linkedin-Beiträge zu verfassen oder auf Instagram etwas zu kommentieren. Zeige dich auf dem Markt, lerne Menschen kennen und baue dein Netzwerk auf.


4. Stell was eigenes auf die Beine!


Du arbeitest im Destinationsmarketing aber die einschlägigen Branchenevents sind zu groß, zu weit weg und finden nur aller zwei Jahre statt? Dann stell was eigenes auf die Beine und bringe Menschen aus deiner Region zu einem gemütlichen Get-Together zusammen. Halte eine Impulsrede zu deinem Herzensthema und vernetze dich mit allen teilnehmenden Gästen. So ein Event muss gar nicht gross sein oder in einer fancy Location stattfinden. Schon zehn engagierte Frauen, die alle für das gleiche Thema brennen, können Großes bewirken!


5. Copy & Paste


Schau, was andere machen, denn du musst das Rad nicht neu erfinden. Wie zeigen sich andere Frauen (nicht nur aus dem Tourismus) in der Öffentlichkeit und mit welchen Themen? Wo treten sie auf? Welche Kanäle nutzen sie? Welche Sprache verwenden sie? Mit wem vernetzen sie sich? Es gibt so viele Frauen, die den Weg in die Sichtbarkeit bereits gehen und von denen du dir eine Menge abschauen kannst.


6. Sei proaktiv


Warum nicht deine:n Vorgesetzte:n ansprechen, ob du auf dem nächsten Firmenevent etwas vorstellen darfst? Oder die Organisatoren einer Branchenkonferenz anrufen, dass du ein Thema für einen Panel-Talk hättest? Es könnte auch ein Podcast sein, den du schon länger abonniert hast, und dich als Interviewgast vorschlagen.

Sei proaktiv und warte nicht, dass andere auf dich zukommen. Zeig dich mit deinem Themen und bringe dich selbst in Gespräch. Es gibt so viele Formate und Events, online wie offline, für die immer wieder Redner:innen und Gäste gesucht werden.


7. Binde Familie und Freunde mit ein


So simpel das klingen mag, aber viele Menschen vergessen im eigenen Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zu erzählen, was sie eigentlich genau beruflich machen, welche Ziele und welche Herausforderungen sie haben. Dabei haben Freunde oftmals ein großartiges Netzwerk an Menschen, an die sie gerne weitervermitteln. Mach es dir zur Aufgabe, zu jeder Familienfeier oder Geburtstagsparty mindestens fünf Gäste anzusprechen und sie zu fragen, ob sie Redakteur:innen, Events oder spannende Personen in ihrem Netzwerk haben, die für dich von Interesse sein könnten. Du wirst erstaunt sein, wer hier alles wen kennt!


 

Juliane Fischer:

Mein Name ist Juliane Fischer und ich berate selbständige Frauen, wie sie mit Leichtigkeit ihr Eigen-Marketing in die Hände nehmen können und so mehr Sichtbarkeit für ihr Business erhalten.

Coming soon: Bei Interesse an meinem wöchentlichen Newsletter, in dem ich zu Themen rund um PR, Networking und Kooperationen informiere, schick mir eine Email mit dem Betreff “Newsletter” an juliane@goodhypespr.de und ich setze Dich auf die Warteliste.



Quelle Bilder: Unplash und privat Juliane Fischer